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Stimmungsschwankungen in den Wechseljahren: Gereizt, ängstlich, traurig.

Dr. Claudia Thorn Dr. Claudia ThornFachärztin für Allgemein- und Familienmedizin · zuletzt geprüft am 17. Oktober 2026
Kurz gesagt

Gereiztheit, innere Unruhe, Angst und Stimmungstiefs nehmen in der Perimenopause bei vielen Frauen zu, auch bei Frauen, die vorher nie Probleme damit hatten. Das Risiko für depressive Beschwerden ist in dieser Phase erhöht. Hilfe gibt es: Bewegung und Psychotherapie, bei einer Depression auch Medikamente, in der Perimenopause unter Umständen auch Hormone. Wenn das Tief länger als zwei Wochen anhält, sprich bitte mit deiner Ärztin.

Wenn es dir gerade sehr schlecht geht

Bei Gedanken an den Tod oder Suizid: bitte sofort Hilfe holen

  • Deutschland: TelefonSeelsorge 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123, kostenlos und rund um die Uhr
  • Österreich: Telefonseelsorge 142, kostenlos und rund um die Uhr
  • Schweiz: Die Dargebotene Hand 143, kostenlos und anonym
  • Im Notfall: 112 in Deutschland, 144 in Österreich und der Schweiz

Was Studien zeigen

Eine Auswertung von sieben Studien mit über 9.000 Frauen fand 2024: In der Perimenopause ist die Chance für depressive Beschwerden um etwa 40 Prozent höher als vor den Wechseljahren. Nach der Menopause war sie nicht mehr erhöht. Das betrifft auch Frauen, die nie zuvor depressiv waren.

+40 %

höhere Chance für depressive Beschwerden in der Perimenopause.

Metaanalyse, 9.141 Frauen, 2024

+60 %

höhere Chance für starke Angst bei Frauen, die vorher wenig ängstlich waren.

SWAN-Studie, 2.956 Frauen

Die Gereiztheit, die viele beschreiben, ist real und häufig. Den Begriff „Menopause-Wut“ aus den sozialen Medien gibt es medizinisch aber nicht. Hinter der Wut stecken oft Schlafmangel, Hitzewallungen, schwankende Hormone und eine Belastung, die sich über Jahre angesammelt hat.

Wer besonders gefährdet ist

  • frühere Depression
  • starkes PMS oder Stimmungsprobleme unter der Pille
  • Depression rund um Schwangerschaft und Geburt
  • starke oder lang anhaltende Hitzewallungen
  • belastende Lebensereignisse
  • eine frühe oder operativ ausgelöste Menopause

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Was hilft

Psychotherapie und Medikamente

Bei einer Depression in der Perimenopause sind Psychotherapie, vor allem die kognitive Verhaltenstherapie, und bestimmte Antidepressiva die erste Wahl.

Leitlinie Maki et al., 2018

Hormone, mit Einschränkung

In der Perimenopause gibt es Hinweise, dass Östrogen die Stimmung verbessern kann, vor allem bei gleichzeitigen Hitzewallungen. Nach der Menopause hilft es gegen eine Depression nicht.

Leitlinie Maki et al., 2018

Bewegung

Regelmäßige Bewegung wird ergänzend empfohlen und tut auch dem Schlaf gut.

Leitlinie Maki et al., 2018

Johanniskraut, mit Vorsicht

Johanniskraut verändert die Wirkung vieler Medikamente, etwa der Pille und von Blutverdünnern. Zusammen mit Antidepressiva ist es gefährlich. Bitte nur nach Rücksprache mit Ärztin oder Apotheke.

Fachinformation

Häufige Fragen

Können die Wechseljahre Depressionen auslösen?

Das Risiko für depressive Beschwerden ist in der Perimenopause erhöht, auch bei Frauen ohne frühere Depression. Nach der Menopause sinkt es wieder.

Warum bin ich in den Wechseljahren so gereizt?

Häufige Gründe sind schwankende Hormone, schlechter Schlaf, Hitzewallungen und Belastungen im Alltag. Gereiztheit gehört zu den häufig berichteten Beschwerden.

Können die Wechseljahre Angst und Panik auslösen?

Ja. In der SWAN-Studie stieg die Chance für starke Angst auch bei Frauen, die vorher wenig ängstlich waren.

Hilft eine Hormontherapie gegen Stimmungsschwankungen?

In der Perimenopause gibt es Hinweise darauf, vor allem bei Hitzewallungen. Bei einer Depression bleiben Psychotherapie und Antidepressiva die erste Wahl.

Darf ich Johanniskraut nehmen?

Nur nach Rücksprache mit Ärztin oder Apotheke, weil es viele Wechselwirkungen gibt.

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Zu Wunderbare Wechseljahre Lieber medizinisch verstehen? Wechseljahre 2.0
Quellen (8) anzeigen
  1. Badawy Y et al.: The risk of depression in the menopausal stages: A systematic review and meta-analysis. Journal of Affective Disorders 2024;357:126–133.
  2. Bromberger JT et al.: Major depression during and after the menopausal transition: Study of Women's Health Across the Nation (SWAN). Psychological Medicine 2011;41:1879–1888.
  3. Bromberger JT et al.: Does risk for anxiety increase during the menopausal transition? Menopause 2013;20(5):488–495.
  4. Freeman EW et al.: Associations of hormones and menopausal status with depressed mood in women with no history of depression. Archives of General Psychiatry 2006;63:375–382.
  5. Cohen LS et al.: Risk for new onset of depression during the menopausal transition. Archives of General Psychiatry 2006;63:385–390.
  6. Maki PM et al.: Guidelines for the evaluation and treatment of perimenopausal depression. Menopause 2018;25(10):1069–1085.
  7. Fachinformation Johanniskraut-Trockenextrakt, Abschnitt Wechselwirkungen.
  8. TelefonSeelsorge Deutschland; gesundheit.gv.at, Notrufnummern Österreich; Die Dargebotene Hand, Schweiz.

Dieser Ratgeber informiert und ersetzt keine persönliche ärztliche Untersuchung oder Beratung.